Was ist MBSR?

MBSR steht für Mindfulness-Based Stress Reduction, auf Deutsch „Achtsamkeitsbasierte Stressreduktion“. Es handelt sich dabei um ein Training, das - im Standardformat - acht Wochen dauert und Menschen strukturiert vermittelt, was Achtsamkeit ist, wie man sie üben und in den Alltag integrieren kann. Das Format ist sehr gut erforscht und nicht-religiös.

 

Wozu MBSR?

Es gibt viele Gründe, warum Menschen sich für Mindfulness-Based Stress Reduction interessieren. Hier einige davon:

 

Woher kommt MBSR?

Das wissenschaftlich fundierte Achtsamkeitstraining, das in den 1970er-Jahren von Jon Kabat-Zinn in der Stress Reduction Clinic der University of Massachusetts (USA) entwickelt. Ursprünglich wurde es entwickelt, um Menschen zu helfen, denen die Schulmedizin nicht ausreichend helfen konnte. Also etwa Menschen mit chronischen Schmerzen, Stress oder psychosomatischen Erkrankungen.

Kabat-Zinn war zu diesem Zeitpunkt bereits Schüler buddhistischer Lehrer und praktizierte intensiv Zen- und Vipassana-Meditation. MBSR war sein Versuch, die Weisheit und Kraft der Achtsamkeit für die Menschen im Westen zugänglich zu machen - und zwar als nicht-religiöses (sekuläres), wissenschaftlich fundiertes Programm. Von Anfang an legte Kabat-Zinn großen Wert auf die wissenschaftliche Evaluation. Nach wie vor arbeiten sehr viele Studien, die die Wirksamkeit von Achtsamkeitsübungen erforschen, mit dem MBSR-Programm.

 
Frau sieht auf das Meer

“Solange du atmest, ist viel mehr richtig mit dir als falsch.”

Jon Kabat-Zinn

 

Wie läuft ein MBSR-Kurs ab?

Ein klassischer Mindfulness-Based Stress Reduction-Kurs erstreckt sich über 8 Wochen und umfasst:

  • 8 Kurseinheiten (à ca. 2,5 Stunden)

  • 1 Achtsamkeitstag (ca. 6-7 Stunden), an dem intensiv geübt wird

  • möglichst tägliche eigene Praxis zuhause (ca. 45 Minuten pro Tag)

MBSR-Kurse können in Präsenz oder online (z.B. via Zoom) stattfinden. Inzwischen gibt es auch kürzere Formate (z.B. Kompaktkurs/-workshop).

Im Kurs wird genau vermittelt, was mit Achtsamkeit gemeint ist und wie man sie - in der formalen Praxis, aber auch im Alltag, kultivieren kann. Über acht Wochen lernt man mehrere formelle Grundübungen kennen (z.B. Body Scan, Achtsamkeitsmeditation im Liegen, Sitzen, Gehen, achtsames Yoga) und erhält Anleitungen für zuhause. Außerdem gibt es Input zum Thema Stress und Stressbewältigung, den Umgang mit schwierigen Gedanken, Gefühlen, Körperempfindungen und Verhaltensmustern, aber auch der achtsamen Kommunikation.

Frau auf Yogamatte

Einfache Yoga-Übungen sind ebenfalls Teil des MBSR-Kurses. Doch hierbei liegt der Fokus nicht auf Beweglichkeit oder sportlicher Fitness, sondern auf einer achtsamen Ausführung der Übungen. Es geht also nicht um Leistung. Jede*r übt nach ihren/seinen Möglichkeiten. Ziel ist es, Yoga zur Achtsamkeitsmeditation in Bewegung werden zu lassen.

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Dem Austausch von Erfahrungen und der Selbstreflexion wird in einem MBSR-Kurs viel Raum gegeben, so dass die eigenen Erfahrungen genutzt werden können, um Zusammenhänge zu erkennen, zu lernen und hilfreiche Gewohnheiten zu entwickeln.

 

Ist MBSR evidenzbasiert?

Inzwischen gibt es sehr viel Forschung zu der Wirksamkeit und den Effekten von Mindfulness-Based Stress Reduction. Als sehr gut belegt gilt, dass Menschen weniger Stress, weniger Angst und weniger depressive Symptome erleben und von einer Verbesserung ihrer Lebensqualität berichten.

Als hilfreich haben sich MBSR-Kurse auch im Umgang mit chronischen Schmerzen erwiesen. Viele Studien deuten darauf hin, dass Menschen nach der Teilnahme weniger in Grübelschleifen hängen bleiben und belastende Gefühle besser wahrnehmen können, ohne sofort darauf reagieren zu müssen. Häufig wird auch das “innere Klima”, also die Art, wie Menschen mit sich selbst sprechen und umgehen, etwas freundlicher und wärmer. Es entsteht mehr Selbstmitgefühl.

 

Gut zu wissen

  • MBSR ist nicht religiös – es basiert auf buddhistischen Achtsamkeitstraditionen, ist aber säkular (weltlich) ausgerichtet.

  • Voraussetzung ist die eigene regelmäßige Praxis – der Kurs lebt vom Tun, nicht vom Wissen. Das Format setzt auf erfahrungsbasiertes Lernen.

  • MBSR ist gut erforscht und hat sich in vielen Anwendungsfeldern als wirksam erwiesen. Trainer*innen absolvieren eine fundierte Ausbildung.

  • Aber: Meditation ist nicht völlig frei von möglichen Risiken. Gerade Menschen mit Ängsten, Trauma, psychischen Erkrankungen oder chronischen Schmerzen sollten sich über die Erfahrung und Ausbildung ihrer Trainer*innen informieren.
    (Ich habe z.B. Weiterbildungen in Traumasensibler Achtsamkeit und Achtsamkeit bei chronischen Schmerzen absolviert.)

 

FAQ zu MBSR-Kursen

 

Übung zum Ausprobieren: Body Scan

Wenn du vorab eine Übung aus dem MBSR-Kurs ausprobieren möchtest, dann empfehle ich dir eine kürzere Version des Body Scan (z.B. 10 Min.), die du bei meinen Meditationsanleitungen findest.

Und keine Sorge, falls deine Gedanken abschweifen oder du dich unruhig fühlst. Das ist ganz normal und geht vielen am Anfang so.